Querbeet am Berg in Erlangen

 

Unser Treffen im August war auf dem Burgberg, den meisten bekannt als Bergkirchweihgelände.

Aber der Erlanger BERG hat noch mehr zu bieten. Deshalb machte Querbeet einen kleinen Rundgang, auf und im westlichen Teil des Berges.

Fast alle Querbeetler (ca. 50) die zum Treffen auf den Entlaskeller kamen auf diese kleine Bergwanderung mit. Sie führte über das Schneckenbergla wo man die Gedanken  von Friedrich Rückert nachempfinden konnte. Etwas querbeet durchquerten wir den von  Reichspostmeister Ruprecht Wels ab 1770 errichteten terrassenartigen Gaststätten- und Vergnügungspark, den sogenannten Welsgarten.  Dort gründete sich am 1. Dezember 1817 die Erlanger Burschenschaft. Inzwischen verwildert und verwachsen erahnt man aber noch seine Blütezeit. Er war einer der diversen Gärten in dem die Erlanger sich früher erholten. Wegen der Baufälligkeiten ist er offiziell nicht zugänglich. Über die  Gaststätte Welsgarten berichtet sogar ein  Amerikanischer Soldat der nach dem Krieg hier stationiert war in seinem Buch über Erlangen.

Ein Steinbruch war die nächste Station. Für den Bau der Neustadt „Christian-Erlang“ (ab 1686) und den Wiederaufbau der Altstadt nach dem großen Stadtbrand (ab 1706) sind hauptsächlich Steine vom Burgberg verwendet worden.

Mit Blick auf den ehemaligen 4-Strassenblick (Regnitz, Kanal, B4 und der Bahn) – heute voll ausgebaut für Bahn und Autos , erreichten wir den jüdischen Friedhof. Ein Mitglied der jüdischen Gemeinde erzählte über die Zeit und Geschichte der Juden in Erlangen, von dem Zuwachs deutsch  russischer Juden, die hier im neueren Teil auch teilweise ihre endgültige Bleibe gefunden haben.

Bis auf die neuen Gräber gibt es kein Blumenschmuck, sondern abgelegte Steine sind ein üblicher Brauch an die Toten zu denken. Ein kurzes Gedenken beim neuen Holocaust Denkmal und einen Blick in das  Taharahaus wo die traditionellen Waschungen der Toten erfolgen  beendete diesen Ausflug in den jüdischen Teil Erlangens. Für viele war dieser Ort unbekannt, er liegt auch leicht versteckt im Wald.

Im Bogen ginge es über Treppen wieder auf die Höhe des Burgbergrückens. Kurzen Halt machten wir noch beim Platenhäuschen. Es wurde vom Schriftsteller August Graf von Platen während seiner Erlanger Studienzeit in den Sommermonaten bewohnt. 1825 schrieb Platen hier die Tragikomödie „Der Schatz des Rhampsinit“. Heute ist das Gebäude als Gedenkstätte eingerichtet, welches an bestimmten Sonntagen auch besichtigt werden kann. (Ein lohnenswertes Ziel).

Am alten Wasserturm vorbei an alten und neuen Villen führte der Weg wieder hinunter zum Entlaskeller. Ein unterhaltsamer Kellerrundgang folgte. Engelhard ein Berg- und Bierphilosoph führte uns unterhaltsam durch teilweise  stockdunkle Gänge, mit Kerzenlicht idyllisch beleuchtet untermalt mit klassischer Musik. Höhepunkt war eine kleine Kirchnerfigur (im Kontrast zu den riesigen Figuren im Skulpturengarten).

Er nahm uns mit in die vergangenen Bierseligkeiten Erlangens und der Erlanger und auch eine klare Abgrenzung zu den Forchheimern, ihren Kellern und ihren Bier.

Viele der Querbeetler blieben noch einige Zeit auf dem Entlaskeller und genossen den lauen Sommerabend.

Freitag  2.August 2019

Organisation/ Bericht und Bilder: Reiner

 

 

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